Beschwerden und Folgen der Wechseljahre

Die Eierstöcke der Frau sind ein Organ auf Zeit. Wenn sie ihre Lebensdauer überschritten haben (etwa im Alter zwischen 35 und 55 Jahren) stellen sie die Bildung der Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron abrupt ein. Die Folge sind regelrechte Entzugserscheinungen wie Hitzewallungen, Depressionen, Gereiztheit, Schlafstörungen, trockene Haut, Schleimhäute und Augen.

Bereits vorher kommt es zu unregelmäßigen Zyklen. Die Eisprünge bleiben aus. Die Frauen spüren häufig verlängerte Zyklen, Brustspannen, depressiv-ängstliche Stimmung und das Gefühl des "Aufgeschwemmtseins" mit geschwollenem Bauch.

Jede Frau kommt in die Wechseljahre und 85 Prozent haben Beschwerden. Die Stärke der Beschwerden hängt von körperlichen, psychischen und sozialen Bedingungen ab. 25 Prozent der Frauen entwickeln starke Beschwerden.

Hitzewallungen sind sehr unangenehm. Häufig werden die Hitzewallungen von den betroffenen Frauen als die unangenehmste Auswirkung der Wechseljahre empfunden. Dabei tritt plötzlich und ohne erkennbaren Grund ein Hitzegefühl auf. Häufig beginnt es an der Brust. Von da aus steigt es über den Hals bis zum Kopf, wobei sich die Haut rötet. Häufig kommt Herzklopfen dazu. Erst dann kommt es zum Schweißausbruch und die Beschwerden nehmen wieder ab. Der ganze Vorgang hat nur wenige Minuten gedauert.

Außerdem kann es zu weiteren körperlichen Beschwerden kommen: Schweißausbrüche, Schwindel, Schlafstörungen Kopfschmerzen, oft migräneartig Parästhesie (subjektive Missempfindungen wie Kribbeln, taubes, brennendes oder schmerzhaftes Gefühl), Herzklopfen (Herzjagen). Diese Beschwerden sind in Stärke und Häufigkeit des Auftretens sehr unterschiedlich.
Viele Frauen leiden während der Wechseljahre auch unter psychischen Beschwerden. Dazu gehören: Depression, Reizbarkeit, Aggressionen, labile Stimmungslage und nervöse Erschöpfung.

Zyklusveränderungen während der Wechseljahre
Der weibliche Zyklus verändert sich in der Zeit der Wechseljahre. Die Blutungen unterliegen oft unregelmäßigen Schwankungen. Bevor es schließlich zum völligen Ausbleiben der Regelblutung kommt, können unterschiedliche Veränderungen auftreten: schwache Regelblutungen, starke Regelblutungen, verlängerte Menstruation, Schmierblutungen vor und nach der eigentlichen Menstruation, verkürzte Zyklen unter 25 Tagen, verlängerte Zyklen über 35 Tage, Ausbleiben der Regelblutung.

Folgen des Östrogenmangels
Durch den Mangel an Östrogen treten im Körper Veränderungen auf. Die Schleimhäute und die Haut werden dünner und trockener. Das zeigt sich besonders an der Scheide, die weniger Flüssigkeit absondert. Dadurch kann es beim Geschlechtsverkehr zu Problemen kommen. Die Haut der Brust wird dünner. Oft wird das Haar trockener. Frisuren halten nicht mehr so gut.
Ernste Auswirkungen kann der Östrogenmangel auf den Fettstoffwechsel haben. Das LDL-Cholesterin nimmt um bis zu 20 Prozent zu, während das HDL-Cholesterin abnimmt. Durch den ungünstigen Quotienten von LDL zu HDL steigt das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Eine der sehr ernst zu nehmenden Folgen der mangelnden Östrogenproduktion ist die Osteoporose. Die Knochendichte kann dramatisch abnehmen. Die Osteoporose ist eine Volkserkrankung. Allein in Deutschland leiden 5 Millionen Frauen an dieser Krankheit. Frauen sind 5 mal häufiger betroffen, als Männer. Die Folgen z. B. Oberschenkelhalsbrüche, können bei Komplikationen tödlich sein. Es dauert viele Jahre, bis der zunehmende Knochenschwund Folgen hat. Deshalb nehmen viele Frauen das Problem nicht ernst. Wichtig wäre es so früh wie möglich an die Vorsorge zu denken.
Auch die Entstehung von Arthrosen wird durch den Wegfall der Östrogene begünstigt.
Durch den Wegfall der typischen weiblichen Hormone kann es zu einem verstärkten Einfluss männlicher Hormone wie dem Testosteron kommen, die jede Frau in geringen Mengen herstellt. Das zeigt sich in der Zunahme von männlicher Behaarung, z B. bekommen viele Frauen einen leichten Bart.

Östrogenmangel kann die Entstehung schwerwiegender Erkrankungen fördern. Folgende Erkrankungen treten während und nach den Wechseljahre häufig auf: Hypertonie, Übergewicht, Diabetes, Gicht, Hyperthyreose, Herzinfarkt, Koronare Herzkrankheit, Depressionen

Um festzustellen, ob eine Frau in den Wechseljahren ist, muss als erstes ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt stattfinden. Daran schließt sich eine gründliche körperliche Untersuchung an. Der Hormonspiegel sollte untersucht werden. Typisch ist eine Erhöhung der Gonadotropine (Hormone, die sich auf die Keimdrüsen auswirken), besonders der FSH-Spiegel. Der Östrogenspiegel allein ist nicht ausreichend für eine sichere Diagnose. Sie können bei uns einen Testkit für das 24-h-Easy-Hormon-Profil anfordern.

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